Freitag, 24. September 2010
Gesehen
erkenntnisreich, 00:12h
Unsere Begegnung klingt nach. Mir fehlt deine Unnahbarkeit, dein stiller Kampf gegen die Konvention, dein Atem an meinem Ohr. Ich schwanke, der feste Boden ist mir genommen. Führerlos meine Träume. Strebe ich nach Utopien und verstricke mich in Sehnsüchten, die du niemals erfüllen kannst?
Kaum dass wir uns annäherten suchen wir wieder Abstand, gebrannt von dem, was unsere Vergangenheit erzählt. Meine gedanklich ausgestreckte Hand wartet auf Berührung. Das leise Näherkommen wird bemerkt, aber weiche ich aus.
So tanzen wir einen unendlichen Reigen, belauern uns, warten auf Verletzung und hoffen auf das Morgen. Es wird uns mit anderen Augen betrachten lassen.
Kaum dass wir uns annäherten suchen wir wieder Abstand, gebrannt von dem, was unsere Vergangenheit erzählt. Meine gedanklich ausgestreckte Hand wartet auf Berührung. Das leise Näherkommen wird bemerkt, aber weiche ich aus.
So tanzen wir einen unendlichen Reigen, belauern uns, warten auf Verletzung und hoffen auf das Morgen. Es wird uns mit anderen Augen betrachten lassen.
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Das Tier
erkenntnisreich, 23:47h
Kannst du Tiere zähmen,
wilde, unberechenbare?
Siehst du das Glühen ihrer Augen?
Den funkelnden Instinkt zur Flucht,
die Spannung der Muskeln zum Sprung?
Zu flüchten vor der Hand, die sich nach ihm ausstreckt?
Zitterndes Misstrauen.
Gelingt es dir das Wesen zu gewinnen,
das Zögern zu durchbrechen mit warmer Geduld?
Das Zittern zu lindern,
indem du mitschwingst mit der Seele,
die sich Stück für Stück in deine Nähe wagt,
sich nach und nach fallen lässt in das Vertrauen,
das sich wie ein Hauch über die wachsende Verbindung legt?
So musst du warten.
Tage-, monate, manchmal jahrelang.
Und wenn du schon fast aufgeben willst,
die Schwere der Geduld fast unerträglich auf dir lastet,
du deinen Blick schon abwenden willst,
tränenschwanger und enttäuscht,
da hebt es seinen Blick in deinen,
unsicher zwar doch hoffnungsvoll
und verringert so den Abstand.
Dieser Funke lässt dich weiter streben.
Hebe deinen Blick, gehe zum Spiegel und schau dich an!
Kannst du dieses Tier zähmen,
wild und unberechenbar?
Wenn du es gewinnst, dann lasse es frei!

wilde, unberechenbare?
Siehst du das Glühen ihrer Augen?
Den funkelnden Instinkt zur Flucht,
die Spannung der Muskeln zum Sprung?
Zu flüchten vor der Hand, die sich nach ihm ausstreckt?
Zitterndes Misstrauen.
Gelingt es dir das Wesen zu gewinnen,
das Zögern zu durchbrechen mit warmer Geduld?
Das Zittern zu lindern,
indem du mitschwingst mit der Seele,
die sich Stück für Stück in deine Nähe wagt,
sich nach und nach fallen lässt in das Vertrauen,
das sich wie ein Hauch über die wachsende Verbindung legt?
So musst du warten.
Tage-, monate, manchmal jahrelang.
Und wenn du schon fast aufgeben willst,
die Schwere der Geduld fast unerträglich auf dir lastet,
du deinen Blick schon abwenden willst,
tränenschwanger und enttäuscht,
da hebt es seinen Blick in deinen,
unsicher zwar doch hoffnungsvoll
und verringert so den Abstand.
Dieser Funke lässt dich weiter streben.
Hebe deinen Blick, gehe zum Spiegel und schau dich an!
Kannst du dieses Tier zähmen,
wild und unberechenbar?
Wenn du es gewinnst, dann lasse es frei!

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Dienstag, 24. August 2010
Und doch
erkenntnisreich, 01:24h
Ich habe mir dir gesprochen, geschriebene Worte. Verhalten, so schien es, gingen wir aufeinander zu. Keine Emotion floss. Ich will sie nicht zeigen, habe Angst, dass du nicht verstehen könntest. Auch wenn ich keine Erwartungen hege, so habe ich doch Anspruch. Den Anspruch, dass du meine Worte ernst nimmt. Auch den Anspruch, dass du nicht davon läuft. Es ist so oft geschehen. Kaum waren die Worte über meine Lippen trafen sie auf, schlugen ein. Vielen war das zu direkt, viele habe sich zurückgezogen, haben mich unverstanden ziehen lassen oder ich sie. Vielleicht ist es genau das, was mich jetzt zurück hält. Und so bleibt die Frage: Könnte ich es ertragen, wenn du dich abwendest, immer weiter zurückweichst, je näher ich dir komme?
Es würde schmerzen, keine Frage. Doch mein Anspruch bliebe gewahrt, auch wenn du ihm nicht gerecht werden kannst. So steht meine Entscheidung gegen deine, obwohl es kein Kampf sein sollte ist es doch ein Messen. Abwägen, ob es für ein Uns genügt, für Momente der schweigenden Nähe. Tief und rein.
Öffne dich!
Es würde schmerzen, keine Frage. Doch mein Anspruch bliebe gewahrt, auch wenn du ihm nicht gerecht werden kannst. So steht meine Entscheidung gegen deine, obwohl es kein Kampf sein sollte ist es doch ein Messen. Abwägen, ob es für ein Uns genügt, für Momente der schweigenden Nähe. Tief und rein.
Öffne dich!
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Sonntag, 15. August 2010
Unterwegs
erkenntnisreich, 15:18h
Fahrräder zogen vorbei mit Menschen darauf. Hinter jedem Gesicht eine Geschichte, die mir verborgen blieb. Stattdessen in meinem Kopf meine Geschichte, die den Vorbeziehenden verborgen blieb. Gerne hätte ich sie angehalten, sie gefragt was sie beschäftigt, welche Erlebnisse sie teilen möchten. Doch ließ ich sie ziehen, ungefragt. Idylle am Fluss, irgendwo an der holländischen Grenze, historische Altstadt, geschichtsträchtig.
Das Bett sorgte, mehr als in anderen Hotels, für guten Schlaf, der Rotwein für die nötige Schwere. Das Essen war phantastisch. Die Kunden waren lernfähiger als sonst, sträubten sich nicht gegen die Veränderung, sondern zeigten sich wissbegierig und offen für alles Neue. So konnte ich sie ruhigen Gewissens verlassen. H. meinte, dass es ganz gut gelaufen war und schien zufrieden. Anregende Gespräche mit ihm. Er hat Unterhalterqualitäten. Ich ließ mich gerne unterhalten, unterhielt auch ihn. Was will man mehr?
1000 km in zwei Tagen schlauchen ziemlich. So ließ ich dich liegen auf dem Nachhauseweg, auch wenn ich an dich dachte. Übermüdet zuhause laß ich deine Nachricht, du hattest darauf gehofft, dass ich anhalte, wir die Zeit eines Kaffees teilen. Leider erreichte mich die Nachricht zu spät. Zufall?
Zurück im Alltag, im Wochenende erdrücken mich die Wände, das Alleinsein. 500 km von hier war noch so viel Leben um mich, jetzt herrscht Schweigen, Ruhe. Beides überfordert mich. Statt sie zu genießen lähmen sie mich. Der Versuch der Ablenkung scheitert, meine Gedanken wandern zu der verpassten Gelegenheit, zu dem was hätte sein können. Austausch, Blicke. Ich warte, zeige Geduld wo keine ist.
Das Bett sorgte, mehr als in anderen Hotels, für guten Schlaf, der Rotwein für die nötige Schwere. Das Essen war phantastisch. Die Kunden waren lernfähiger als sonst, sträubten sich nicht gegen die Veränderung, sondern zeigten sich wissbegierig und offen für alles Neue. So konnte ich sie ruhigen Gewissens verlassen. H. meinte, dass es ganz gut gelaufen war und schien zufrieden. Anregende Gespräche mit ihm. Er hat Unterhalterqualitäten. Ich ließ mich gerne unterhalten, unterhielt auch ihn. Was will man mehr?
1000 km in zwei Tagen schlauchen ziemlich. So ließ ich dich liegen auf dem Nachhauseweg, auch wenn ich an dich dachte. Übermüdet zuhause laß ich deine Nachricht, du hattest darauf gehofft, dass ich anhalte, wir die Zeit eines Kaffees teilen. Leider erreichte mich die Nachricht zu spät. Zufall?
Zurück im Alltag, im Wochenende erdrücken mich die Wände, das Alleinsein. 500 km von hier war noch so viel Leben um mich, jetzt herrscht Schweigen, Ruhe. Beides überfordert mich. Statt sie zu genießen lähmen sie mich. Der Versuch der Ablenkung scheitert, meine Gedanken wandern zu der verpassten Gelegenheit, zu dem was hätte sein können. Austausch, Blicke. Ich warte, zeige Geduld wo keine ist.
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