Freitag, 24. September 2010
Gesehen
erkenntnisreich, 00:12h
Unsere Begegnung klingt nach. Mir fehlt deine Unnahbarkeit, dein stiller Kampf gegen die Konvention, dein Atem an meinem Ohr. Ich schwanke, der feste Boden ist mir genommen. Führerlos meine Träume. Strebe ich nach Utopien und verstricke mich in Sehnsüchten, die du niemals erfüllen kannst?
Kaum dass wir uns annäherten suchen wir wieder Abstand, gebrannt von dem, was unsere Vergangenheit erzählt. Meine gedanklich ausgestreckte Hand wartet auf Berührung. Das leise Näherkommen wird bemerkt, aber weiche ich aus.
So tanzen wir einen unendlichen Reigen, belauern uns, warten auf Verletzung und hoffen auf das Morgen. Es wird uns mit anderen Augen betrachten lassen.
Kaum dass wir uns annäherten suchen wir wieder Abstand, gebrannt von dem, was unsere Vergangenheit erzählt. Meine gedanklich ausgestreckte Hand wartet auf Berührung. Das leise Näherkommen wird bemerkt, aber weiche ich aus.
So tanzen wir einen unendlichen Reigen, belauern uns, warten auf Verletzung und hoffen auf das Morgen. Es wird uns mit anderen Augen betrachten lassen.
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Dienstag, 24. August 2010
Und doch
erkenntnisreich, 01:24h
Ich habe mir dir gesprochen, geschriebene Worte. Verhalten, so schien es, gingen wir aufeinander zu. Keine Emotion floss. Ich will sie nicht zeigen, habe Angst, dass du nicht verstehen könntest. Auch wenn ich keine Erwartungen hege, so habe ich doch Anspruch. Den Anspruch, dass du meine Worte ernst nimmt. Auch den Anspruch, dass du nicht davon läuft. Es ist so oft geschehen. Kaum waren die Worte über meine Lippen trafen sie auf, schlugen ein. Vielen war das zu direkt, viele habe sich zurückgezogen, haben mich unverstanden ziehen lassen oder ich sie. Vielleicht ist es genau das, was mich jetzt zurück hält. Und so bleibt die Frage: Könnte ich es ertragen, wenn du dich abwendest, immer weiter zurückweichst, je näher ich dir komme?
Es würde schmerzen, keine Frage. Doch mein Anspruch bliebe gewahrt, auch wenn du ihm nicht gerecht werden kannst. So steht meine Entscheidung gegen deine, obwohl es kein Kampf sein sollte ist es doch ein Messen. Abwägen, ob es für ein Uns genügt, für Momente der schweigenden Nähe. Tief und rein.
Öffne dich!
Es würde schmerzen, keine Frage. Doch mein Anspruch bliebe gewahrt, auch wenn du ihm nicht gerecht werden kannst. So steht meine Entscheidung gegen deine, obwohl es kein Kampf sein sollte ist es doch ein Messen. Abwägen, ob es für ein Uns genügt, für Momente der schweigenden Nähe. Tief und rein.
Öffne dich!
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Sonntag, 15. August 2010
Unterwegs
erkenntnisreich, 15:18h
Fahrräder zogen vorbei mit Menschen darauf. Hinter jedem Gesicht eine Geschichte, die mir verborgen blieb. Stattdessen in meinem Kopf meine Geschichte, die den Vorbeziehenden verborgen blieb. Gerne hätte ich sie angehalten, sie gefragt was sie beschäftigt, welche Erlebnisse sie teilen möchten. Doch ließ ich sie ziehen, ungefragt. Idylle am Fluss, irgendwo an der holländischen Grenze, historische Altstadt, geschichtsträchtig.
Das Bett sorgte, mehr als in anderen Hotels, für guten Schlaf, der Rotwein für die nötige Schwere. Das Essen war phantastisch. Die Kunden waren lernfähiger als sonst, sträubten sich nicht gegen die Veränderung, sondern zeigten sich wissbegierig und offen für alles Neue. So konnte ich sie ruhigen Gewissens verlassen. H. meinte, dass es ganz gut gelaufen war und schien zufrieden. Anregende Gespräche mit ihm. Er hat Unterhalterqualitäten. Ich ließ mich gerne unterhalten, unterhielt auch ihn. Was will man mehr?
1000 km in zwei Tagen schlauchen ziemlich. So ließ ich dich liegen auf dem Nachhauseweg, auch wenn ich an dich dachte. Übermüdet zuhause laß ich deine Nachricht, du hattest darauf gehofft, dass ich anhalte, wir die Zeit eines Kaffees teilen. Leider erreichte mich die Nachricht zu spät. Zufall?
Zurück im Alltag, im Wochenende erdrücken mich die Wände, das Alleinsein. 500 km von hier war noch so viel Leben um mich, jetzt herrscht Schweigen, Ruhe. Beides überfordert mich. Statt sie zu genießen lähmen sie mich. Der Versuch der Ablenkung scheitert, meine Gedanken wandern zu der verpassten Gelegenheit, zu dem was hätte sein können. Austausch, Blicke. Ich warte, zeige Geduld wo keine ist.
Das Bett sorgte, mehr als in anderen Hotels, für guten Schlaf, der Rotwein für die nötige Schwere. Das Essen war phantastisch. Die Kunden waren lernfähiger als sonst, sträubten sich nicht gegen die Veränderung, sondern zeigten sich wissbegierig und offen für alles Neue. So konnte ich sie ruhigen Gewissens verlassen. H. meinte, dass es ganz gut gelaufen war und schien zufrieden. Anregende Gespräche mit ihm. Er hat Unterhalterqualitäten. Ich ließ mich gerne unterhalten, unterhielt auch ihn. Was will man mehr?
1000 km in zwei Tagen schlauchen ziemlich. So ließ ich dich liegen auf dem Nachhauseweg, auch wenn ich an dich dachte. Übermüdet zuhause laß ich deine Nachricht, du hattest darauf gehofft, dass ich anhalte, wir die Zeit eines Kaffees teilen. Leider erreichte mich die Nachricht zu spät. Zufall?
Zurück im Alltag, im Wochenende erdrücken mich die Wände, das Alleinsein. 500 km von hier war noch so viel Leben um mich, jetzt herrscht Schweigen, Ruhe. Beides überfordert mich. Statt sie zu genießen lähmen sie mich. Der Versuch der Ablenkung scheitert, meine Gedanken wandern zu der verpassten Gelegenheit, zu dem was hätte sein können. Austausch, Blicke. Ich warte, zeige Geduld wo keine ist.
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Donnerstag, 12. August 2010
Wie kann das sein?
erkenntnisreich, 12:15h
Eigentlich dachte ich, dass ich über den Punkt hinaus bin, dass mir jemand wieder Schmerzen zufügen kann. Viel habe ich an mir gearbeitet, reflektiert, Zeit verstreichen lassen, um letztlich zu spüren, dass die beste Theorie gegen die Praxis verliert. Lange habe ich darüber nachgedacht und es ist so, dass ich es bin, die dafür sorgt. Niemand anderem ist die Verantwortung zu übertragen. Durch mein Handeln, mein Nichttun, meine Ungeduld und mein ständiges Grübeln über alles mögliche und überstürzte Worte und Taten. Vieles geschieht nur in meinen Gedanken, was mich verletzt. Und so gelangt das Negative in mein Umfeld, bestimmt mich, lähmt mich und lässt mich davon laufen. Dabei wäre das, was ich mir wünsche so einfach, wenn ich nur innehalten würde. Vielleicht zu einfach, als dass ich es mir für mich vorstellen kann.
Ach, wenn ich dich nur wissen lassen könnte, wie ich fühle, wie es dazu kam, dass ich so handelte, wie ich handelte. Wie es kommt, dass ich mich so widersprüchlich verhalte. Ich kann es selber kaum verstehen, wie kann ich da hoffen, dass es jemand anderes versteht? Du sagtest einmal, dass jedes Wort den Zauber zerstören kann. Ja, so ist es. Ich zerstöre langsam das, was ich liebe. Dich, mich, uns – die Leichtigkeit des Lebens, des Seins und des Zusammenseins. Den Austausch belaste ich mit Dingen, die da nichts verloren haben, wo man unbefangen sein sollte. Ich glaube es ist die Distanz. Vielleicht wäre alles einfacher, wenn ich dich ansehen könnte, du in mir lesen könntest, ohne dass ich Worte benutze. Dort, wo ich einfach schweigen kann, nahe sein darf, mich nicht erklären muss, berühren darf. Diese Erklärungen versuchen eine Brücke zu bauen zwischen uns, doch ernte ich zurecht Schweigen. Ich glaube sogar, dass ich lernen muss damit umzugehen. Das Schweigen ist nicht so schlimm, wie ich es mir vorstelle. Nur weil ich in der Vergangenheit oft Schweigen geerntet habe bedeutet es nicht, dass jedes Schweigen Teufelswerk ist. Unser Schweigen ist vielleicht der Schlüssel, den ich brauche um diese Bastion zu durchbrechen, Geduld wachsen zu lassen, wo Ungeduld Widerstände baut. Ja, ich glaube, dass es so ist. Du bist kein Mensch, den man drängen darf – im Grunde weiß ich das. Ich würde das für mich auch nicht wollen und doch tue ich es. Tu ich es? Und es gibt nichts, was das entschuldigen könnte, außer vielleicht die Sehnsucht, die mir Fallen stellt. Ich tappe hinein wie eine Blinde, die innerlich eigentlich sehen kann. Ich verstehe mich selber nicht mehr.
Ach, wenn ich dich nur wissen lassen könnte, wie ich fühle, wie es dazu kam, dass ich so handelte, wie ich handelte. Wie es kommt, dass ich mich so widersprüchlich verhalte. Ich kann es selber kaum verstehen, wie kann ich da hoffen, dass es jemand anderes versteht? Du sagtest einmal, dass jedes Wort den Zauber zerstören kann. Ja, so ist es. Ich zerstöre langsam das, was ich liebe. Dich, mich, uns – die Leichtigkeit des Lebens, des Seins und des Zusammenseins. Den Austausch belaste ich mit Dingen, die da nichts verloren haben, wo man unbefangen sein sollte. Ich glaube es ist die Distanz. Vielleicht wäre alles einfacher, wenn ich dich ansehen könnte, du in mir lesen könntest, ohne dass ich Worte benutze. Dort, wo ich einfach schweigen kann, nahe sein darf, mich nicht erklären muss, berühren darf. Diese Erklärungen versuchen eine Brücke zu bauen zwischen uns, doch ernte ich zurecht Schweigen. Ich glaube sogar, dass ich lernen muss damit umzugehen. Das Schweigen ist nicht so schlimm, wie ich es mir vorstelle. Nur weil ich in der Vergangenheit oft Schweigen geerntet habe bedeutet es nicht, dass jedes Schweigen Teufelswerk ist. Unser Schweigen ist vielleicht der Schlüssel, den ich brauche um diese Bastion zu durchbrechen, Geduld wachsen zu lassen, wo Ungeduld Widerstände baut. Ja, ich glaube, dass es so ist. Du bist kein Mensch, den man drängen darf – im Grunde weiß ich das. Ich würde das für mich auch nicht wollen und doch tue ich es. Tu ich es? Und es gibt nichts, was das entschuldigen könnte, außer vielleicht die Sehnsucht, die mir Fallen stellt. Ich tappe hinein wie eine Blinde, die innerlich eigentlich sehen kann. Ich verstehe mich selber nicht mehr.
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