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Sonntag, 15. August 2010
Unterwegs
Fahrräder zogen vorbei mit Menschen darauf. Hinter jedem Gesicht eine Geschichte, die mir verborgen blieb. Stattdessen in meinem Kopf meine Geschichte, die den Vorbeziehenden verborgen blieb. Gerne hätte ich sie angehalten, sie gefragt was sie beschäftigt, welche Erlebnisse sie teilen möchten. Doch ließ ich sie ziehen, ungefragt. Idylle am Fluss, irgendwo an der holländischen Grenze, historische Altstadt, geschichtsträchtig.

Das Bett sorgte, mehr als in anderen Hotels, für guten Schlaf, der Rotwein für die nötige Schwere. Das Essen war phantastisch. Die Kunden waren lernfähiger als sonst, sträubten sich nicht gegen die Veränderung, sondern zeigten sich wissbegierig und offen für alles Neue. So konnte ich sie ruhigen Gewissens verlassen. H. meinte, dass es ganz gut gelaufen war und schien zufrieden. Anregende Gespräche mit ihm. Er hat Unterhalterqualitäten. Ich ließ mich gerne unterhalten, unterhielt auch ihn. Was will man mehr?

1000 km in zwei Tagen schlauchen ziemlich. So ließ ich dich liegen auf dem Nachhauseweg, auch wenn ich an dich dachte. Übermüdet zuhause laß ich deine Nachricht, du hattest darauf gehofft, dass ich anhalte, wir die Zeit eines Kaffees teilen. Leider erreichte mich die Nachricht zu spät. Zufall?

Zurück im Alltag, im Wochenende erdrücken mich die Wände, das Alleinsein. 500 km von hier war noch so viel Leben um mich, jetzt herrscht Schweigen, Ruhe. Beides überfordert mich. Statt sie zu genießen lähmen sie mich. Der Versuch der Ablenkung scheitert, meine Gedanken wandern zu der verpassten Gelegenheit, zu dem was hätte sein können. Austausch, Blicke. Ich warte, zeige Geduld wo keine ist.

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